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Historische Wasserversorgung und Abwasserableitung Besonderheiten in Freiberg Bauausführungen der Anzüchte Historische Wasserversorgung Historischer Abriß

Anzüchte heute

Selbstverständlich verfügt die Stadt Freiberg heute über eine moderne Trinkwasserversorgung und Abwasserkanalisation.
Trinkwasser gelangt über Rohrleitungen aus der Trinkwassertalsperre Lichtenberg in die Stadt.
Das Abwasser wird über die Stadtgrabenschleuse und den Münzbachkanal in die Zentralkläranlage (ZKA) im Münzbachtal geleitet und dort gereinigt.
Das Wasser der Kannegießerrösche endet in der Pferdeschwämme im Johannispark. Der Goldbach speist die Kreuz- und Schlüsselteiche der Stadt.
Untermarkt Schloßplatz - Burgstraße Kirchgasse Domgasse Nonnengasse Kaufhausgasse Kesselgasse Enge Gasse Rathaus - Obermarkt
 
Lage von sanierten Anzüchten in der Altstadt von Freiberg nach Angaben von D. MUCKE (1)
 
Aber auch noch heute spielen die Anzüchte für die Stadt eine bedeutende Rolle. So werden die häuslichen Abwasser aus der Korngasse, Nicolaigasse, Prüferstraße, Heubnerstraße, Hornstraße und Körnerstraße in die vorhandenen, noch begehbaren Anzüchte geleitet. Häuser aus der Donatsgasse, Aschegasse, Pfarrgasse und Kreuzgasse leiten ihr Abwasser wahrscheinlich als Zuflüsse zum verrohrten Münzbachkanal ab. Kluftwasser aus dem Gneis und Niederschlagswasser nehmen ebenfalls die intakten Anzüchte problemlos auf.
 
Lichtloch mit Gneisabdeckplatte Durch den starken Straßenverkehr kommt es häufig in Freiberg zu Straßenschäden. Ursache sind Einbrüche von unterirdischen Hohlräumen des Altbergbaus, aber auch von vorhandenen Anzüchten. Wird dabei eine Anzucht verschüttet, staut sich das Abwasser zurück und tritt in die Keller der Hausbewohner. Um größere Schäden zu vermeiden, müssen die Anzüchte wieder freigelegt und oft mit einem hohen finanziellen Aufwand saniert werden. Ein größeres Sanierungsobjekt in den 90-iger Jahren war das Domviertel mit der Burgstraße (nahe der Schloßbrücke), Domgasse, Kirchgasse, Kaufhausgasse und Kesselgasse, wobei für den denkmalgerechten Ausbau erhebliche Fördermittel u. a. vom Regierungsbezirk Chemnitz zur Verfügung gestellt wurden.
Bei einem Straßeneinbruch in der Annaberger Straße wurde eine verschüttete Hauptanzucht festgestellt. Nach Reinigung der Anzucht wurde durch Verlegung von Abwasserrohren diese wieder funktionstüchtig hergestellt.
 
Anzucht im Rathauskeller Die Anzüchte stellen ein technisches Denkmal aus dem mittelalterlichen Freiberg dar, welches leider größtenteils im verborgenen Untergrund liegt. Im Keller des Rathauses, gleich neben dem berühmten Verließ des Ritters Kunz von Kaufungen, wurde eine Anzucht freigelegt, die sich jeder Tourist ansehen kann.
Das Rathaus wurde in den Jahren 1470 - 1474 in der heutige Form um- bzw. neugebaut. Die Anzüchte im Keller stammen wahrscheinlich aus dieser Zeit. Laut dem Plan von LINDNER 1723 handelt es sich um zwei Anzüchte, die zur Hauptanzucht Enge Gasse und um eine Anzucht zur Hauptanzucht Kesselgasse führen. Die Anzüchte im Rathaus nahmen das Kluftwasser des Gneises aus Richtung Obermarkt, versickerndes Wasser aus den Flößen der angrenzenden Straßen und das Abwasser selbst aus dem Rathaus auf. Sehr wahrscheinlich wurde auch das Abwasser der öffentlichen Toilette, welche im Rathaus war, dorthin mit abgeleitet. Im Rathauskeller kann man jetzt das von der Wand tropfende Wasser sehen. Es wird in die Anzucht "Hinter dem Rathaus" (heutige Burgstraße) und weiter in die Kesselgasse geleitet. Wohin dieses Wasser fließt, ist nicht bekannt - vermutlich versickert es in alte Grubenbaue. Auf Grund von Protesten der Bergleute über den Gestank in der Grube (Abwasser von Gerbereien und Fäkalien) wurde 1835/36 eine Überbrückung angelegt, die das Abwasser wieder zum Münzbach leitete.
 
Blick zur Anzucht auf dem Untermarkt Am 7.3.2002 wurde auf dem Untermarkt die Sichtbarmachung der Hauptanzucht Untermarkt der Öffentlichkeit übergeben. Es ist ein beleuchteter gneisgemauerter Schacht mit Handlauf.
 
Alle Abwässer der Stadt und des Münzbaches gelangen gemeinsam als Mischwasser in die Zentralkläranlage (ZKA). Die großen Mengen des Münzbaches (60%) bewirken eine hohe Verdünnung und im Winter eine Temperaturabsenkung des Mischwassers, was sich negativ auf die Reinigungsstufen der Abwasserbehandlung auswirkt. Zukünftig soll das Bachwasser vom Abwasser getrennt der ZKA zugeführt werden. Dazu wird im Münzbachkanal eine zusätzliche Rohrleitung (700 mm Innendurchmesser) verlegt, die das Bachwasser aufnimmt. Gleichzeitig erfolgt eine Innensanierung des 100 Jahre alten Münzbachkanals. Die Bauarbeiten werden ca. 15,9 Millionen Euro kosten und sollen bis November 2005 abgeschlossen sein. ( Freie Presse (6) )

Bei den Sanierungsarbeiten in der Peterstraße entdeckte man im Sommer 2003 in 1,40 m Tiefe Holzstämme von einer etwa 800 Jahre alten Holzstraße aus der Gründungszeit Freibergs.

Entwurf der Stadtgrabenbrücke Ein anderer "verborgener Schatz" befindet sich am ehemaligen Peterstor. Eine alte Stadtgrabenbrücke wurde durch Zufall 1997 entdeckt, welche während der Beseitigung der Stadtbefestigunganlage und dem Bau der Stadtgrabenschleuse verfüllt wurde. Eine Restaurierung ist aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt leider nicht möglich, da dieses Bauwerk unmittelbar unter der Wallstraße liegt (Zufahrtsstraße nach Leipzig - Dresden/Chemnitz ). (Mitteilung von D.Mucke GEOMONTAN)

letzte Änderung: 11/03
Redaktion: H.J.Peter
Gestaltung: H.J.Peter
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