"Zur Goldenen Pforte"
 

 

Freiberg - Bürgerhaus Untermarkt 21 - "Zur Goldenen Pforte"

Das Gebäude befindet sich direkt am Untermarkt in unmittelbarer Nähe des Freiberger Doms. Es enstand durch das Zusammenlegen von drei Grundstücken, wobei rein äußerlich noch zwei Gebäudeteile erkennbar sind. Anhand des Fälldatums der Hölzer des vorderen großen Hauptdachstuhls (1559) und des kleinen Dachstuhls (1560) konnte ermittelt werden, dass um 1560 während eines umfangreichen Umbaus zweier aneinander stehender Giebelhäuser der größere rechte Teil des Hauses und etwas später ein schmales Haus (nur 4 m breit), in die Lücke zwischen den Grundstücken Untermarkt 20 und 21, erbaut wurden. Zwischen den Grundstücken Untermarkt 20 und 21 befand sich bis dahin wahrscheinlich ein Durchgang zum Mühlgraben (eventuell das seit dem 17.Jahrhundert nicht mehr vorhandene "Schülergässchen") oder aber eine Grundstückszufahrt.
1589 erfolgten weitere Umbauten durch den damaligen Besitzer Joachim Trenker - er erweiterte das Haus zur Hofseite. Die Verbindung zwischen den beiden Häusern wurde erst 1866/1867 durch den Schankwirt Franz Julius Metzler realisiert. Dafür wurde die Giebelwand in jeder Etage durchbrochen.
Vom Anfang des 19. Jahrhunderts bis zum Jahre 1970 befand sich in dem Gebäude eine Gaststätte. Danach diente es bis Ende 1989 als Wohnheim für auswärtige Arbeiter des Zellstoffkombinates Heidenau. 1990 wurde erneut mit einem Umbau begonnen, dieser blieb jedoch 10 Jahre unvollendet. In diesen 10 Jahren nahm das Gebäude sehr großen Schaden und wertvolle erhaltenswerte Bausubstanz (historische Decken und Wandmalereien) ging verloren. Im Jahr 2000 wurden die Sanierungsarbeiten wieder aufgenommen und in mühevoller Arbeit konnten einige Fenstergewände, Konsolen, das Eingangsportal, Teile von verschiedenen Wandmalereien sowie noch erhaltene Reste von Balken-Bretter-Decken gerettet werden. Dazu zählen auch die sanierten originalen Dachstühle.
 
  Besitzer des Bürgerhauses Untermarkt 21:
vor 1588 unbekannt
1588-1623 Besitzer des größeren Hauptgebäudes - Joachim Trenker,
1610 Besitzer des schmalen Teils - Freiberger Kantor Johann Christoph Demantius
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1779-1811 Johann Georg Erler
1811-1835 Christian Friedrich Erler, Einrichtung einer Schankwirtschaft
1866/1867 der Schankwirt Franz Julius Metzlar verbindet die beiden Gebäude
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1971-1989 das Zellstoffkombinat Heidenau übernimmt das Haus als Eigentümer
 
 
 
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