Logo Umwelt- und Geoportal Freiberg

Home
Stadt Freiberg
Geologie
Bergbau
Umwelt
nützliche Links
Aktuelles
Fachwörterbuch
Sitemap
Impressum
Kontakt

  Lage |  Geschichte |  Wasser/Abwasser |  Verkehr |  Bergbauliche Standorte |  Kultur &Sport |  Bildergalerie |  Literatur &Quellen 

Auszüge aus der Geschichte Freibergs

Gründung

1156-1162 Erste bäuerliche Siedlung auf dem Gebiet von Freiberg (Christiansdorf)
1168
Silberfund durch vorbeiziehende Kaufleute; in den folgenden Jahren siedeln sich Berg- und Hüttenleute in einer Bergleutesiedlung um die Jacobikirche an.   Silber, Calcit
1171-1175 Markgraf Otto läßt eine Burg mit den notwendigen Gehöften für die Verwaltung und Versorgung erbauen.
bis ca. 1180 Ansiedelung von Handwerkern und Kaufleuten um die Nikolaikirche
ca. 1180 Bau der Marienkirche (heutiger Dom)
1185 Das silberführende Gebiet vom Kloster Altzella wird von Markgraf Otto von Meissen zurückgenommen. In dieser Urkunde wird Christiansdorf letztmalig erwähnt.
um 1186 Vereinigung der bis dahin entstandenen Siedlungen und Verleihung der Stadtrechte ( = offizielle Gründung der Stadt Freiberg)
In dieser Zeit wird der Obermarkt angelegt und der weitere Ausbau der Oberstadt vorangetrieben.

Entwicklung

1210-1218 Unter Markgraf Dietrich werden der Obermarkt, die Petrikirche und große Teile der Oberstadt erbaut.
1218 wird Freiberg erstmals urkundlich erwähnt.
1224 Stiftung des Hospitals St. Johannis südwestlich vor der Freiberger Altstadt.
1230 Die "Goldene Pforte" wird in der Marienkirche errichtet (heute ist sie im Dom zu besichtigen)
1244 wird erstmalig die Freiberger Münze, welche in der Burg ihren Sitz hatte, urkundlich erwähnt
Freiberg war bis 1556 Hauptmünzstätte der Mark Meißen
1255 Urkundliche Bestätigung der "Rechte der Stadt und der Bergleute" durch Markgraf Heinrich der Erlauchte.
im 13. Jahrhundert Die Orden der Dominikaner und Franziskaner, sowie ein Nonnenkloster beieinflussen das Leben in Freiberg
Ende 13. Jahrhundert /
Anfang 14.Jahrhundert
Gründung der Handwerksinnungen (Krämer, Bäcker, Fleischer, Schuhmacher, Gerber, Schneider, Kürschner, Schmiede, Leineweber und Weißgerber) zum Schutz des städtischen Handwerks vor auswärtiger Konkurrenz.
um 1300
Parochien (Pfarreien) der Stadt Freiberg nach einem Plan von Heinrich Adolph Schippan aus den Jahren 1833/1837   Freiberg umfaßt innerhalb der Stadtmauern eine Fläche von ca. 46,6 ha (maximale Längen- und Breitenausdehnung 950m und 700m); in Freiberg leben etwa 5500 Menschen.
Freiberg war in 4 Parochien (Pfarreien) eingeteilt - St. Marien (Dom), St. Petri, St. Nikolai und St. Jakobi.
1336 Verkauf des Freiberger Zolls durch Markgraf Friedrich II. an die Brüder Friedrich und Reinhard von Hohnsberg. Nur noch die von Freiberger Bürgern selbst verbrauchten Waren waren noch zollfrei. Davor waren alle Waren vom Zoll befreit, die von Freiberger Bürgern gehandelt oder gekauft wurden.
1371 erstmalige Erwähnung des Bartholomäus- oder Fernesichenhospital, wahrscheinlich war die Gründung des Hospitals schon wesentlich früher.
1480
Die Marienkirche wird auf Wunsch von Kurfürst Ernst und Herzog Albrecht durch die Bestätigung eines Kollegiatstifts durch Papst Sixtus IV. zum Dom.   Dom
Nach dem letzten großen Stadtbrand wird der Dom als spätgotische Hallenkirche wieder aufgebaut.
1484
um 1500 Ulrich Rülein von Calw (Stadtphysikus und Bürgermeister von Freiberg) verfasst in Freiberg die erste montanwissenschafltiche Schrift in deutscher Sprache ("Ein nützlich Bergbüchlein")
1502 Fertigstellung der ersten großen Domorgel (1198 Pfeiffen, 14 Blaswerke)(B.Dinstlinger)
1515 Gründung der städtischen Lateinschule für Knaben durch Ulrich Rülein.
1537 Einführung der Reformation - erste evangelische Predigt im Dom durch Hofprediger Jakob Schenk.
1538 Gründung einer städtischen Mädchenschule
1542 Gründung des Oberbergamtes
1545/1546
Das städtische Kaufhaus wird von A. Lorenz am Obermarkt errichtet.
Die Freiberger Bergknappschaft organisiert sich nach der Reformation neu. In der Knappschaft sind jetzt die Freiberger Bergleute sowie die Landesherren vereint.
Alle Freiberger Büger werden in einem Steuerregister erfaßt, Freiberg hat zu dieser Zeit 9228 Einewohner, davon 1138 mit Bürgerrecht.
  Kaufhaus-Tafel
1557 Zu Ehren von Kurfürst August, Kurfürstin Anna und der Königinwitwe von Dänemark findet der erste urkundlich belegbare Bergaufzug statt.
1566-1579 Burg Freudenstein wird in das Renaissanceschloss Schloss Freudenstein umgebaut
1599 In Freiberg (Innenstadt und Vorstädte) wohnen etwa 11850 Einwohner in ca. 2017 bewohnten Gebäuden.
1619 Einführung eines freien Kornmarktes
1646 Einführung eines Jahr- und Viehmarktes zu Egidii (im Oktober)
1650 Verringerung der Bevölkerung Freibergs durch den 30-jährigen Krieg auf etwas mehr als 6500 Einwohner
1653 Andreas Möller veröffentlicht eine umfangreiche Stadtgeschichte Freibergs in deutscher Sprache
1693 Abraham von Schönberg, Oberberghauptmann, veröffentlicht seine "Ausführliche Berg-Information". Unteranderem werden hier montanistische Fachausdrücke erläutert.
1702 Gründung der Stipendienkasse (26. August) durch ein Reskript August des Starken. Der Kurfürst unterstützte begabte Söhne von Bergleuten, aus dem Kleinbürgertum oder von Bergbeamten, denen das Geld für die Ausbildung fehlte, mit 300 Gulden jährlich.
1711-1714 Im Freiberger Dom wird die berühmte dreimanualige Silbermann-Orgel mit 48 Registern und 2674 Pfeifen errichtet.
1715
Altväterbrücke   Inbetriebnahme der um 1686 begonnenen Altväterbrücke bei Rothenfurth. Das Aquädukt diente der Wasserführung eines Kunstgrabens quer über das Muldental zum Silbererzstolln "St.Anna samt Altväter". 1893 mußte das Aquädukt wegen Bauschäden abgerissen werden. Heute sind von von dem 188,5m langen und bis zu 24m hohem Aquädukt, welches aus 12 Steinbögen mit 10 bis 14m Spannweite bestand, nur noch Reste als Straßenbrücke erhalten.
1765 Gründung der Bergakademie Freiberg (als eine der ersten montanwissenschaftlichen Universitäten der Welt)
1790 Gründung des ersten städtischen Theaters in Sachsen. Neben vielen Komödiantengruppen gastierte auch die Neuberin im Freiberger Theater.
1794/1805 Das Schloß Freudenstein, in welchem sich seit 1785 ein Bergmagazin befindet, dass die Bergleute mit Getreide zu konstanten Preisen versorgt, wird nach umfangreichen Umbauten als Getreidemagazin genutzt.
1800 Uraufführung der ersten Komposition von Carl Maria von Weber am Freiberger Theater
1812 Im Februar und März beleuchtet Wilhelm August Lampadius (1772-1861) die Fischerstraße vor seinem Haus mit einer Gaslaterne.
1816 wird von ihm die erste Gasanstalt in Europa, im Amalgierwerk in Halsbrücke, errichtet.
1814 In Freiberg wohnen zu dieser Zeit 9900 Menschen. Bis zum Jahr 1852 stieg die Einwohnerzahl auf 15302 Personen.
1816-77 Die Stadttore und Teile der Freiberger Befestigungsanlage werden abgerissen um eine Verbesserung der Verkehrsverhältnisse zu erhalten, Grünflächen und Promenaden anzulegen und die Stadtgräben zu verfüllen.
19. Jahrhundert die Industriealisierung erfaßt auch Freiberg:
1889 gab es 58 Fabriken mit 2630 Arbeitern; 1897 existierten 66 Fabriken mit rund 3100 Arbeitskräften
1844 Gründung des Turnvereins unter der Leitung des Kreisamtmanns Otto Leonhard Heubner. Dadurch wurde ein wahlfreier Turnunterricht für Knaben ab dem 8. Lebensjahr ermöglicht (Voraussetzung: Zahlung von monatlich 3 Groschen an die Schulkasse).
1852 Der Hospitalteich wird in eine Badeanstalt umgestaltet (heutiges "Johannesbad")
1862
Eröffnung der Eisenbahnlinie nach Dresden - Möglichkeit des Kohletransports von Freital-Döhlen auf dem Schienenweg Bahnhofsgebäude
1869 Eröffnung der Eisenbahnlinie nach Chemnitz über Oederan und Flöha
Dadurch wurde unter anderem der Anschluß an das Zwickauer Steinkohlerevier geschaffen.
1873 Eröffnung der Eisenbahnlinie nach Nossen
1875 Eröffnung der Eisenbahnlinie nach Mulda
1880 Am Stadttheater wird erstmals ein festes Schauspielensemble engagiert.
Der Zuschauerraum wird nach dem Vorbild der Dresdner Semperoper mit zwei Rängen ausgestattet.
1886 Clemens Winkler entdeckt im Mineral Argyrodit von der Grube Himmelsfürst das Element Germanium
1890 Eröffnung der Eisenbahnlinie nach Brand, Langenau und Halsbrücke
1892 Restaurierung der "Goldenen Pforte" im Dom zu Freiberg

Gründung des Mathematischen Instituts an der Bergakademie Freiberg unter Leitung von Erwin Papperitz
1900 das Freiberger Elektrizitätswerk versorgt Freiberg mit Strom

Freiberg hat zu dieser Zeit 30176 Einwohner
1902-1919 in Freiberg kann man mit der Straßenbahn fahren
1904 Inbetriebnahme der Wasserleitung aus dem Gimmlitztal. Bis zu dieser Zeit erfolgte die Wasserversorgung nur aus örtlichen Quellen an zentralen Druckständern und laufenden Brunnen.
1907 Bau des Wasserturms auf dem Wasserberg
1913 Einbau eines Kavernenkraftwerkes im Dreibrüderschacht und im Constantinschacht
1919
Eröffnung der ersten Volkshochschule in Freiberg durch Professor Galli von der Bergakademie Freiberg Volkshochschule Freiberg
1924 Erweiterung der Bergakademie Freiberg durch ein staatliches Braunkohlenforschungsinstitut - Direktor der Bergtechnischen Abteilung war Prof. Karl Kegel
1925 ein neues Filmtheater das "Stadtpark-Kino" für 830 Besucher wird eröffnet und 1929 läuft dort der 1. Tonfilm in Freiberg.
1930 Erweiterung und Umbennung des Freiberger Schwimmteiches in "Johannisbad"
1907 der 35m hohe Wasserturm an der Chemnitzer Straße wird in Betrieb genommen
1910 Freiberg hat 36210 Einwohner
1946 Wiedereröffnung der Bergakademie Freiberg
1949 Gründung des Forschungsinstitutes für Nichteisenmetalle
1950
Freiberger Stadttheater   Freiberg hat 44491 Einwohner, 1960 leben in Freiberg 47065 Menschen und 1970 sind es bereits 50362 Einwohner.

Das Stadttheater wird wegen Brandgefahr geschlossen. Durch Umbau entsteht der Vorbau am Buttermarkt.
1954 Gründung des Forschungsinstitutes für Aufbereitung - eine Einrichtung der Akademie der Wissenschaften der DDR.
1956 Gründung des Brennstoffinstitutes Freiberg
1957 Die Wasseraufbereitungsanlage Damaschkestraße wird in Betrieb genommen.
1965 Die Eisenbahnstrecke Chemnitz (von 1953 bis 1990 Karl-Marx-Stadt) - Freiberg wird elektrifiziert.
1968 Es erfolgt endgültige Einstellung des Freiberger Bergbaus.

Verbesserung der Trinkwasserversorgung in Freiberg durch des Bau der Trinkwassertalsperre Lichtenberg.
1980 An der Bergakademie Freiberg wird das Wissenschaftliche Informationszentrum "Georgius Agricola" eingeweiht.
1985 Weihe des Tempels der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Zuvor nutzten Tausende Freiberger und Gäste die Möglichkeit zur Besichtung der Tempelanlagen.
1986
800-Jahrfeier der Stadt Freiberg (1. Bergstadtfest) mit einem historischen Festumzug und dem Aufmarsch der Berg- und Hüttenparade.

Der Freibergsdorfer Hammer wird als technisches Denkmal wiedereröffnet. Seit 1991 steht das Freibergsdorfer Hammerwerk auch der Öffentlichkeit zur Verfügung.
  Freibergsdorfer Hammerwerk
1986-1991 Rekonstruktion des Stadttheaters nach Vorlagen von 1880. Die 84m2 große Bühne wurde mit moderner Technik ausgestattet und erlaubt die Aufführung von Schauspiel, Oper, Operette und Musical.
1990 Freiberg hat 50896 Einwohner.
1991 Freiberg hat 49840 Einwohner.
1992 Die Bergakademie Freiberg wird zur Technischen Universität Bergakademie Freiberg

Der erste "Tag der Sachsen" findet in Freiberg statt.
1997 Freiberg wird "Große Kreisstadt" und darf den Titel Universitätsstadt führen
1998 Am 31.12.1998 hat Freiberg 46503 Einwohner, davon sind 23950 weiblich und 22553 männlich.
um 2000 Am Stadtrand von Freiberg hat sich ein Zentrum der Mikroelektronik entwickelt. Hier befinden sich die Werke der Deutschen Solar AG, der Wacker Siltronic AG und der Freiberger Compound Materials GmbH.
2001 In Freiberg wird erstmals eine Frau als Bürgermeisterin gewählt - Frau Dr. Uta Rensch.
2002
Johannisbad Im Juni wurde das neue Johannisbad eingeweiht. An alter Stelle entstand ein modernes Schwimmbad mit Schwimmhalle, Rutsche und Strömungskanal.
Am 31.12.2002 hat Freiberg 44533 Einwohner, davon sind 22718 weiblich und 21815 männlich.
2004 Freiberg bewirbt sich um den "European Energy Award ®"

Unglücke

1375 1. großer Stadtbrand in Freiberg
wegen der großen Brandschäden erlassen die Markgrafen Friedrich, Balthasar und Wilhelm der Stadt Freiberg die Jahrrente und andere Abgaben.
1386 2. großer Stadtbrand in Freiberg
1471 3. großer Stadtbrand in Freiberg
Herzog Wilhelm unterstützt die Stadt mit Baumaterial
1484 4. und letzter großer Stadtbrand in Freiberg
Erlaß der städtischen Feuerordnung. Nach dieser Vorschrift mußten alle Brandgiebel und Feuermauern aus Stein gebaut und alle Hauptdächer mit Ziegel gedeckt werden. Der Rat stellt dafür unentgeltlich einen Teil der Ziegeln und Mauersteine zur Verfügung.
1552 rund 1800 Menschen sterben an der Pest
im 17. Jahrhundert Freiberg wird direkt vom 30-jährigem Krieg (1618-1648) betroffen
1632 Belagerung durch die Truppen von Wallensteins Generäle Holck und Gallas
Freiberg wird durch den Kommandanten der kurfürstlichen Besatzung in Freiberg (Oberst Löser) an die kaiserlichen Truppen unter Führung von Oberst Mohrwald übergeben. Die Stadt muß 30000 Taler Kontribution zahlen. Viele Bürger werden geplündert und verlieren ihr Eigentum.
1639 Erfolgreicher Widerstand gegen die Belagerung durch schwedische Truppen unter Führung des kurfürstlichen Oberstleutnant von Haubitz, des Bürgermeisters J.Schönlebe und des Berghauptmannes G.F. von Schönberg bis Hilfe durch sächsische Truppen eintrifft.
1642/43 - erneute 53 Tage dauernde Belagerung durch schwedische Truppen des Generalfeldmarschalls Torstenson. Erfolgreiche Verteidigung der Stadt bis zum Eintreffen eines kaiserlichen Heeres unter Ottavio Piccolomini. Hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang die Leistungen der Berg- und Hüttenleute um Berghauptmann G.F. von Schönberg, welche die Menschen in Freiberg über untertägige Grubenanlagen mit Lebensmitteln versorgen und die Verbindung zum Hof in Dresden aufrechterhielten, die kurfürstliche Besatzung unter G.H. von Schweinitz und die städtischen Defensioner unter Leutnant Peter Schmohl.
1756 Notzustände durch den 7-jährigen Krieg (1756-1762)
In der Nähe von Freiberg findet 1762 die letzte Schlacht des Krieges statt, in welcher die österreichischen Truppen eine empfindliche Niederlage hinnehmen müssen.
1914-1918 1. Weltkrieg
1929-1932 Weltwirtschaftskrise
1939-1945 2. Weltkrieg
- am 7.Oktober 1944 sterben bei einem Luftangriff 172 Menschen in Freiberg
Seitenanfang  zum Seitenanfang

letzte Änderung: 02/04
Redaktion: B.Bicher
Gestaltung: B.Bicher