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Fachwörterbuch

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Abkürzungen
f. = femininum, weiblich     m. = masculinum, männlich     n. = neutrum, sächlich
gr. = griechisch     lt. = lateinisch    

A

Ablagerung
Sedimentation
Alaunschiefer
bergmännische Bezeichnung für schiefrige, durch Schwefelkies dunkelgrau gefärbte Pelite, auf denen im Verlauf von Verwitterungsprozessen Alaun ausblüht, früher für Gerbereien abgebaut.
Albedo
(albidus - weißlich (lt.)), f., Verhältnis des diffus zurückgestrahlten Lichtes zum parallel einfallenden Licht (z.B. absolut weiße Körper:1; Schnee: 0,52; Ozeane: 0.04). Wichtig als Maß der Reflexion des eingestrahlten Sonnenlichtes.
Amphibolit
Amphibolite sind mittel- bis grobkörnige, teils massige, teils geschieferte Metamorphite, von dunkelgrüner, grau- bis schwarzgrüner Farbe, bestehend aus den Hauptgemengteilen Amphibol (30 - 70 %), Plagioklas (15 - 40 %), Quarz und Granat.
anfahren
- wasserführende Gangspalten und/oder sonstige Hohlräume und Grubenbaue werden beim Vortrieb angetroffen.
- der Bergmann kommt zur Schicht zum Schacht, er fährt an.
anisotrop
unterschiedliche physikalische Eigenschaften in unterschiedlichen Richtungen, aber gleiche Eigenschaften in gleiche Richtungen.
Anzüchte
Anzüchte sind tagesnahe Hohlräume in einer Teufe bis ca. 7 m. Sie dienen zur Ableitung von häuslichem Abwasser, Sickerwasser, Niederschlagswasser, aber auch Wasser aus Wasserrohrbrüchen in das örtliche Abwassersystem.
Anzucht leitet sich vom Begriff 'aizucht' ab, was soviel bedeutet wie Wasser anziehen. Darunter wurde die mittelalterliche Pflicht des Hausherren verstanden, sein häusliches Abwasser vom Nachbarn abzuleiten. Durch sprachliche Umwandlung wurde über 'aytezucht', 'Abzucht' später die 'Anzucht'.
Argyrodit
seltenes Mineral bestehend aus ca. 75 % Silber, 17 % Schwefel, 1 % Eisen, Quecksilber und Zink und ca. 7 % Germanium
Aufschlagwasser
Die Wassermenge, welche auf ein Wasserrad oder eine Wasserturbine läft, aufschlägt, um diese anzutreiben.
Aufschlagrösche
Durch bergmännische Auffahrung hergestellter Wasserlauf, der einem untertägig aufgestellten Wasserrad das Aufschlagwasser, in der Regel aus einem Kunstgraben heraus, zuführt. Das verbrauchte Betriebwasser wird in der Abzugsrösche in die Vorflut eingeleitet oder einem tiefergelegenden Wasserrad als Aufschlagwasser zugeführt.
ausfahren
Der Bergmann verläßt seine untertägige Arbeitsstelle, das Ort, und fährt aus der Grube aus.

B

Basalt
(gr./lt.,'basaltes', verstümmelt aus 'vasanites' n. Basan/Syrien) , m., (*Plinius;neu verwendet: R. J. Hauy in A. Brongniart, 1813; neu definiert: K. von Fritsch & W. Reiss, 1886) - Kieselsäurearmes ('basisches') Ergußgestein. Bei den basaltischen Gesteinen kann man mindestens zwei Gesteinsstämme unterscheiden: theoleiitische Basalte und Alkali-Basalte. Sie unterscheiden sich im SiO2 - Gehalt und auch im Verhältnis Alkalien: SiO2. - Eine Herkunft der Basalte aus dem Erdmantel wird angenommen.
Biotit
dunkelbraunes bis schwarzes, perlmuttglänzendes, gesteinsbildendes Mineral, ein Glimmer; monoklin; Härte 2 - 3; bildet elastische vollkommen spaltbare Blättchen;
Vorkommen: in Magmatiten (z.B. Granit, Gabbro, Trachyt), in Metamorphiten (z.B. Gneis, Glimmer, Schiefer, Hornfels) und als Detritus in Sedimenten.
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C

 
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D

Detritus
zerriebenes Gestein; Detritushalden aus Korallensand und Schlamm umgeben Atolle und Riffe.
Devon
n., nach der Grafschaft Devon in Südwestengland benannte geologische Formation des Paläozoikums zwischen Silur und Karbon. Leitfossilien: Spiriferen (Unter-, Mittel-Devon) Goniatiten und Clymenien (Ober-Devon), Conodonten und Ostracoden; vor 405 Millionen Jahren, ca. 40 Millionen Jahre
Diabas
m., gr. diabeino-hindurchgehen, 1807 erstmals erwähnt von A. BRONGNIART. In der amerikanischen Literatur ist diabas jedoch ein durch ophitische Textur charakterisiertes basaltisches Gestein, ähnlich dem Dolerit
Druse
(Wortstamm wie Drüse), f., Kristalldruse, mit Kristallen (z.B. Quarz, Amethyst, Kalkspat usw. ) ausgekleideter Hohlraum in Gesteinen mit noch verbleibendem zentralem Resthohlraum.
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E

einfahren
auch anfahren, der Bergmann fährt in die Grube ein, er begibt sich an seine untertägige Arbeitsstelle, er fährt vor Ort.
Eisen
ältestes bergmännisches Werkzeug, ein kurzer, eiserner, in der Mitte mit einer Öffnung versehener Spitzmeißel; auswechselbar an einem kurzen Stiel befestigt; mit Schlägel und Eisen wurde das Gestein im Bergwerk "abgehauen"
Erz
Alter bergmännischer Ausdruck, bereits aus dem Alt- und Mittelhochdeutschen bekannt. Mineralaggregate oder Gesteine, aus denen Metalle durch Schmelzen des Erzes gewonnen werden können.
Erzgang
eine mit Erzmineralen ausgefüllte Gangspalte
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F

fahren
jede Ortsveränderung der Bergleute in der Grube, auch das Gehen zu Fuß
Fahrkunst
Ein von einem Wasserrad angetriebenen doppeltes Kunstgestänge; daran waren Trittbretter und Haltegriffe angebracht, die sich im unteren und oberen Totpunkt des Kurbelzapfens gegenüberstanden. Durch zeitgleichen Wechsel von einem Trittbrett auf das andere konnte der Bergmann ohne weitere kÖrperliche Anstrengung im Schacht entweder ein- oder ausfahren.
Fahrt
Leiter, auf der die Bergleute in die Grube einsteigen ("einfahren") oder aus der Grube aussteigen ("ausfahren")
- Teufenmaß, "1 Fahrt sind 12 Freibergische Ellen, darin 24 Sprossen" - das entspricht 6,84 m
Falte
f., Faltengrundtypen:
  • Biege- bzw. Knickfalte; Durch die Wirkung tangentialer Einengungskräfte werden Gesteinsschichten wellenartig verbogen ('geknickt'), wobei ein Großteil der Bewegung durch Verschiebung, Gesteinsschicht gegen Gesteinsschicht, auf den Schichtfugen erfolgt: Biegegleitung. Schichtpakete mit Schichten verschiedenen Kompetenzgrades können die 'Regel der Stauchfaltengröße' oder Wandern inkompetenten Materials in die Faltenscharniere während der Faltung (Biegungsfließen) ausweisen: Scharnierverdickung.
  • Scherfalte; Durch Zerscherung eines Gesteinspaketes an engen, senkrecht zur Einengung liegenden Flächenscharen und Partialbewegung der einzelnen Scherblätter zueinander. Dies tritt vor allem bei pelitischen Gesteinen (klastisch) auf (Schieferung). Zwischen Biege- und Scherfalte gibt es zahlreiche Übergänge: Biegescherfalte
  • Fließfalte; Sie entsteht durch unregelmäßige 'Faltung' in hochteilbeweglichen Medien, bei denen z.B. einmal erzeugte Krümmungen erneut gekrümmt, aufgewickelt oder verwirbelt werden können, wie etwa Ölhäute auf Wasser. Man beobachtet sie in magmatischen Schmelzen, hoch- bis ultrametamorphen Gesteinen und auch Salzgesteinen.

  • Schematische Darstellung von Faltentypen
    1 Anatomie einer Falte (S Sattel, M Mulde, Sch Faltenschenkel, AM Muldenachse, AS Sattelache, EA Achsenebene)
    2 stehende Falte
    3 überkippte Falte
    4 liegende Falte
    5 Isoklinalfalte
    5a Zickzackfalte
    6 Fächerfalte
    6a Pilzfalte
    7 Kofferfalte
    8 Schema einer Biege- (Knick-) Falte
    9 Schema einer Scherfalte
    10 Fließfalte
    flaserig
    Bezeichnung für ein muskelfaserähnliches Gesteinsgefüge; sehr oft bei Gneisen (Flasergneis), aber auch bei Sedimentgesteinen (z.B. Sandflaserschichten).
    Feldspat
    m., Gruppe gesteinsbildender Silikate, die in Alkalifeldspäte und Plagioklase unterteilt wird; erstmals erwähnt von A. G. WERNER, weil diese Minerale in 'Feldsteinen' Norddeutschlands durch ihre Spaltbarkeit besonders auffielen.
    Flöße
    Flöße sind oberirdische wasserführende Gräben in den Straßen. In Freiberg dienten sie sowohl zur Abführung überschüssigen Röschenwassers als auch Löschwasserreservat bei eventuellen Bränden.
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    G

    Gang
    m., eine mit Erzmineralen und/oder mit tauben Mineralen ausgefüllte Spalte in der Erdkruste. Man unterscheidet Erzgänge (mit Erz z.B. Bleiglanz gefüllt), Mineralgänge (mit Mineralen z.B. Flußspat gefüllt) und Gesteinsgänge.
    Gangart
    (bergmännisch), f., Sammelbezeichnung für nichtmetallische Mineralien, die zusammen mit den Erzlagerstätten auftreten (Quarz, Flußspat, Schwerspat oder Karbonspat)
    Gangkreuz
    Kreuzung zweier oder mehrerer Gänge; die Vererzung ist an diesen Stellen konzentrierter
    Gangspalte
    tektonischer Riß, mit Mineralen gefüllt, unterschiedlicher Länge und Mächtigkeit
    Gefügekompaß
    m., nach Vorschlägen von E. CLAR besonders für gefügekundliche Geländeuntersuchungen eingeführter Geologenkompaß. Damit ist es z.B. möglich, in einem Meßvorgang Fallrichtung und -winkel von Flächen und Linearen (siehe auch Streichen) zu ermitteln.
    Gegenschreiber
    Bergbeamter, der das Gewerkenverzeichnis (Gegenbuch) führte und verkaufte Kuxe ab- oder zuschrieb
    Geleucht
    Lampe des Bergmanns
    Gems
    m., Gneiszersatz, durch Verwitterung von Feldspat und Biotit aus dem Gneis entstanden. In Abhängigkeit des Zersetzungsgrades unterscheidet man 'festen Gems' und 'mürben Gems'. Fester Gems verhält sich noch etwa wie Festgestein. Der mürbe Gems ist weiter verwittert und läßt sich leicht bearbeiten. Er entspricht hydrologisch dem Lockergestein, während der feste Gems einem Gneis mit Kluftgrundwasserleitern entspricht. Die Freiberger Verwitterungsschicht hat eine Mächtigkeit vo 10 - 20 m und reicht z.T. an die Klüfte und Erzgänge heran. Die Übergänge vom Gneis in den Gems können sowohl scharf getrennt als auch allmählich sein.
    Geologenkompaß
    m., Gerät zur raumrichtigen Messung des Streichens und Fallens von Flächen (Schicht-, Schieferungs- und Kluftflächen usw.) oder Linearen (Faltungslineare, Gleitstriemung). Die Himmelsrichtungen werden auf einem Kreis von 360° oder 400 gon im Uhrzeigersinn gemessen und angegeben (Streichwert). Zur Messung des Fallwinkels dient ein stets auf die Senkrechte einspielender Senkel: Klinometer mit einer Einteilung von 0° (= horizontal) bis 90° (= saiger). Dieser Winkelwert zusammen mit der Himmelsrichtung des Einfallens (Fallrichtung), wird als Fallwert bezeichnet.
    Gesenk
    Geneigter, schachtähnlicher Grubenbau, der im allgemeinen im Einfallen eines Ganges geteuft wird.
    Gleitstriemung
    f., Gleistreifung, f., Rutschstreifen ('Frictionsstreifung' C. F. NAUMANN, 1850), Rillung, die durch das aneinander Vorbeigleiten der Grenzflächen zweier Gesteinskomplexe entstanden ist, z.B. bei Verwerfungen (Harnisch) oder bei Biegegleitung (Falte) auf den Schnittflächen (Verwerfung).
    Glimmer
    m., Mineralgruppe innerhalb der Phyllosilikate (sehr gute Spaltbarkeit in einer Richtung). - Paragonit, Muskovit, Phlogopit, Biotit, Lepidolith, Zinnwaldit
    Glimmerschiefer
    m., schiefriges Gefüge und Glimmerreichtum
    Globalstrahlung
    f., Maß für die Sonnenscheinintensität
    Gneis
    m., metamorphes, kristallines Schiefergestein mit den Hauptgemengeteilen: Feldspat, Quarz, Glimmer. Die Bezeichnung der Gneise erfolgt entweder nach dem Gestein, aus dem sie entstanden sind (wie Granit-Gneis oder Diorit-Gneis), oder nach dem Mineral, an dem das Gestein besonders reich ist (wie Biotit-Gneis und Hornblende-Gneis), oder nach seinem Gefüge (wie Augengneis oder Flasergneis). Man unterscheidet weiterhin Orthogneis (Ursprung: magmatisches Gestein) und Paragneis (Ursprung: sedimentäre Gesteine).
    Göpel
    Schachtfördermaschine mit stehender Welle, Pferdegöpel - von Zugtieren, Wassergöpel - von einem Wasserrad angetrieben
    Granitporphyr
    m., lt. granum-Korn, gr. porphyra-purpur, 1798 erstmals erwähnt bei C. W. NOSE
    Granodiorit
    m., Tiefengestein als Zwischenglied zwischen Granit und Diorit. Granodiorit gehört zur Granit-Familie und ist dementsprechend hell gefärbt. Je nach Gehalt an Quarz und verschiedenen Feldspäten erscheint er hellgrau bis rötlich oder bräunlich. Nebengemenge können Biotit, Hornblende, Muskovit und Magnetit sein. Sein Gefüge ist je nach Dauer der Abkühlung grob- bis feinkörnig.
    Grauwacke
    f., Bergbaubegriff aus dem Harz, graue bis graugrüne Sandsteine, nach H. G. HUCKENHOLZ (1963) bestehend aus: 28 - 53 % Quarz, 25 - 47 % Feldspat, 4 - 21 % Glimmer, 4 - 25 % Chlorit, 0 - 6 % Carbonaten und 1 - 3 % Akzessorien. Charakteristisch ist ein hoher Anteil an Gesteinsbruchstücken (Quarzit, Phyllit, Tonschiefer usw.).
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    H

     
    Harnisch
    m., (alter bergmännischer Ausdruck), durch Bewegung im Gestein an Verwerfungsflächen erzeugte, oft in Bewegungsrichtung infolge Schrammung mit Rutschstreifen (Gleitstriemung) versehene, verschiedentlich sogar blank polierte Fläche (=Spiegel, Spiegelfläche).
    Haspel
    m., im Bergbau zur vertikalen Förderung eingesetzte Seilwinde, die durch Menschenkraft betrieben wurde
    hexagonal
    sechsseitige Prismen oder Pyramiden
    Huthaus
    das Gebäude der Grube "darinnen sich die Bergleute versamlen, ihr Gebet verrichten und die Steiger ihr Gezähe und Gerätschaft haben" (Abraham von Schönberg, 1693)
    Oftmals hatte die Grubenbeamten und Steiger auch ihr Büro im Huthaus;
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    I

    isotrop
    gleiche physikalische Eigenschaften in alle Richtungen.
     
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    J

     
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    K

    Kaue
    Umkleideraum der Bergleute;
    bergmännisches Gebäude, welches aus einem auf den Erdboden gesetzten Satteldach besteht (Foto)
    Kiesel
    (Kieselerde, Kieselsäure) SiO2 - 1824 von BERZELIUS in Sauerstoff und Silizium zerlegt. Dieses Mineral erscheint in der Natur sowohl als häufigster Gemengteil anderer Gesteine, wie auch als eine für sich bestehende Felsart (Quarz oder Quarzit), zerkleinert als Kies und Sand, ferner als wieder verdichteter und verkitteter Sand (Sandstein), in reinster Kristallform als Bergkristall. Außer diesen Vorkommnissen der kristallinischen Kieselsäure gibt es noch die amorphe Kieselsäure, sowie Gemenge dieser beiden Vorkommen.
    Kunstgestänge
    Im Schacht bis zum Schachttiefsten reichende, von einem Kunstrad angetriebene, auf und abgehende Stangentour, mit der in bestimmten Teufenabständen Kolbenpumpen zur Wasserhebung gekoppelt waren, Pumpenkunst. Nach gleichem Prinzip funktioniert auch die Fahrkunst.
    Kunstgezeug
    Durch Wasser angetriebene Maschine zur Wasserhaltung, Fahrung (Fahrkunst) und Förderung.
    Kunstgraben
    Künstlich angelegter Wasserlauf, der mit geringstem Gefälle Aufschlagwasser einem Kunstrad, meist in Verbindung mit einer Aufschlagrösche zuführte. Meist sind sie mit Brettern abgedeckt.
    Kunstrad
    Wasserrad zum Antrieb einer Pumpenkunst, Fahrkunst, Fördermaschine oder eines Wettersatzes, Pochwerkes, Hüttengebläses u.a.
    Kunstschacht
    Schacht mit Kunstgezeugen; diente ein Schacht gleichzeitig zur Wasserhebung und der Förderung von Erz und Gestein wird er als Kunst- und Treibeschacht bezeichnet
    Kuxe
    Anteile einer bergrechtlichen Gewerkschaft. Kuxe sind nennwertlose Papiere, sie verkörpern einen Anteil am Vermögen der Gewerkschaft.
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    L

    Lamprophyr
    m., gr. lampros-hell, glänzend, phrear-Brunnen; Ganggesteine, 1874 erstmals erwähnt von C.W. von GÜMBEL, stark erweitert von H:ROSENBUSCH, 1887
    Lichtloch
    n., Schacht zu einem Stolln, um im Gegenortbetrieb (Vortrieb des Stollns in zwei Richtungen) die Bauzeit des Stollns zu verkürzen;
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    M

    Mäander
    - verschlungen, das Wort stammt von dem verschlungenem Fluß Menderes in der Türkei.
    Verringert sich das Gefälle eines Flusses oder Baches neigen die Gewässer dazu im relativ weichen Untergrund ein verschlungenes Flußbett zu entwickeln - sie mäandrieren.
    In Östereich wird das Wort mäandern benutzt für "unentschlossen sich herumwinden".
    Magma
    flüssige Gesteinsschmelze mit Temperaturen zwischen 700°C und 1000°C
    Metasomatose
    (gr. "meta" - mit, nach, um; "sóma" - Körper), f., (in der englischen Literatur seit der zweiten Hälfte des 19. Jh.; allgemeingültige Definition: V. M. GOLDSCHMIDT, 1922), Vorgang, bei dem ein ganzes Gestein oder Teile davon durach ein Reaktionsprodukt (aus dem vorhandenen Gestein und einer zugeführten mobilen Phase) im Austausch ersetzt werden (=allochemischer Vorgang). - Auf diese Weise sind z.B. die metasomatischen oder Verdrängungslagerstätten (Erzlagerstätten) entstanden. - In der Nähe magmatischer Kontakte entstandene metasomatische Lagerstätten werden als kontaktmetasomatische oder Kontaktlagerstätten bezeichnet.
    Molasse
    mergeliger, sandiger und geröllhaltiger Abtragungsschutt (Schichtsedimente)
    monoklin
    Prismen mit geneigten Endflächen;
    Mundloch
    Tagesausgang eines Stollns, annähernd waagerechter Grubenbaue oder Röschen
    Muskowit, Muskovit
    m., lt. Muskovia - Moskau; durchsichtiges oder durchscheinendes, gelblich, bräunlich oder rötlich gefärbtes permuttglänzendes Mineral (Kaliglimmer) monoklin in scheinbar hexagonalen Tafeln und Blättern; Härte 2 - 2,5; Gemengteil von Granit, Gneis und Glimmerschiefer.
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    N

    Nephelin
    m., durchscheinendes bis trübes, lichtgraues, bräunliches, rötliches, gelbliches, auf Bruchflächen stark fettglänzendes Mineral, chemische Formel: KNa3[AlSiO4]4; hexagonal; Härte 5,3 - 6; Feldspatvertreter in sehr kieselsäurearmen magmatischen Gesteinen (Syenit, Phonolith u.a.); oft ein- oder aufgewachsene auch eingesprengte Kristalle in Hohlräumen vulkanischer Gesteine.
    Nephelinbasalt
    Basaltart, welche reich an Foiden ist, siehe Basalt
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    O

    Ökosystem
    Ecosystem, "means a dynamic complex of plant, animal and micro-organism communities and their non-living environment interacting as a functional unit" (Originaltext der Convention on Biological Diversity, 5 june 1992)
    Ökosystem bedeutet "einen dynamischen Komplex von Gemeinschaften aus Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen sowie deren nicht lebender Umwelt, die als funktionelle Einheit und Wechselwirkung stehen" (offizielle Übersetzung des englischen Originaltextes der Biodiversitätskonvertion vom 5. Juni 1992)
    ophitisch
    gr. ophis-Schlange, Strukturform basischer Ergußgesteine, bei der tafelige Plagioklase in große Augitkristalle eingelagert sind. (1798 neu definiert von A. PALASSOU)
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    P

    Pechstein
    m., Der Pechstein ist dem Ausfluss des quarzarmen Porphyrs vorangegangen und stellt ein glasartiges Gestein mit schaligen Aufbau und größeren Feldspateinsprenglingen dar.
    Phyllit
    m., gr. phyllon-Blatt, 1850 erstmals erwähnt von C. F. NAUMANN; Entspricht etwa dem von J. F. D'AUBUISSON DE VOISIN geprägten Begriff 'Phyllade'. Dünnschiefrig - blättriges schwachmetamorphes Gestein, dessen Schichtsilikate (vorw. Muskowit) in der Schieferungsebene als zusammenhängender Überzug erscheinen. Der feinkörnige Hellglimmer (Blättchendurchmesser < 0,1 mm) wird auch als Serizit, Quarz mit größerem Albitgehalt als Albitphyllit bezeichnet.
    Phyllit entsteht durch Metamorphose aus Tonschiefer und wird bei fortschreitender Metamorphose zu Glimmerschiefer umgewandelt.
    Phyllosilikate
    n., (gr. phyllon - Blatt, lt. silex - Kiesel, harter Feldstein) Silikatminerale mit Schichtgitter, z.B. Pyrophyllit, Talk, Biotit, Muskovit, Chlorit, Glaukonit
    Porphyr
    m., Der Porphyr ist ein Gesteinsgefüge von Magmatiten, bei dem einzelne meist gut ausgebildete Kristalle in feinkörniger, dichter oder glasiger Grundmasse liegen. Als Entstehungsursache kann der rasche Transport einer in langsamer Auskristallisation befindlichen Schmelze in eine kühlere Umgebung (z.B. an die Erdoberfläche) angesehen werden. Dort erstarrt der noch flüssige Schmelzanteil schnell. Außerdem können auch bei langsamer Abkühlung Erstausgeschiedene gegenüber jenen der Hauptkristallisatinon erhebliche Größenunterschiede aufweisen.
    Pumpenkunst
    f., Kunstgezeug, bestehend aus Kunstrad, Kunstgestänge und Pumpen zur Wasserhaltung einer Grube.
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    Q

    Quarz
    m., mittelalterlicher bergmännischer Ausdruck BASILIUS VALENTINUS, G.AGRICOLA, 1556; SiO2 (Kiesel)
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    R

    Radiolarien
    lt., Strahlentierchen, Strahlinge, Ordnung der Wurzelfüßer des Meeresplanktons mit formenreichen, strahlenförmigen Skeletten aus Strontiumsulfat (bei den Acantharien) oder Kieselsäure. Die Skelette der abgestorbenen Tiere bilden den Radiolarienschlamm sowie Kreidemergel und Polierschieferschichten. Die Radiolarien sind etwa 40 µm bis mehrere mm groß
    Röhrleitungen
    Röhrleitungen sind Holzröhren, die als Wasserleitungen dienten bzw. dienen.
    Rösche
    Als Rösche bezeichnet man den untertägigen Teil eines Grabensystems. Die gewöbten und gemauerten Röschenmundlöcher bilden den Übergang zwischen Rösche und Kunstgraben.
    Das Freiberger Röschenwasser wurde als Brauchwasser und als Trinkwasser verwendet.
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    S

    saiger, seiger
    senkrecht
    Salband
    bergmännischer Ausdruck für den Grenzbereich zwischen Gang und Nebengestein
    Schieferton
    m., Ton mit 'schiefriger' Textur, die jedoch primär angelegt ist (keine echte Schieferung im heutigen Sinne)
    Schieferung
    f., Bezeichnung für ein makroskopisch im wesentlichen parallel gerichtetes, engständiges Flächengefüge in Gesteinen. Es erzeugt oft eine gute Teilbarkeit in dünne bis dünnste Platten. Solche von zwei Schieferungsflächen begrenzte Gesteinsscheiben heißen Schieferungslamellen. Die Schieferung geht im Gegensatz zur Schichtung, auf sekundäre Prozesse (Tektonik, Metamorphose) zurück. Die Schieferungsflächen sind zumeist durch eingeregelte Mineralneubildungen gekennzeichnet (meist Phyllosilikate). Da vielfach die Schieferung, ebenso wie die Faltung, auf tangentiale Beanspruchung zurückzuführen ist, zeigen die zur Schieferung besonders geeigneten Gesteine (vor allem Tonsteine) meist parallel zu den Achsenflächen der Falten verlaufenden Schieferung. Liegen die Schieferungsflächen in verschiedenen Winkeln zur Schichtung, spricht man von Transversalschieferung.
    Schlägel
    bergmännischer Ausdruck für einen kurzen Handhammer, ca. 1,5 bis 2 kg schwer, diente zusammen mit dem Eisen dem Abbau des Gesteins
    Schiefrigkeit
    f., allgemeiner Gefügecharakter - Schieferung
    Sediment
    (lt. “sedimentum” Bodensatz),n., Bezeichnung für die im Rahmen der Sedimentation abgelagerten oder ausgeschiedenen Gesteinsmassen. Es wird zwischen klastischen (mechanischer Absatz fester Teilchen aus Luft oder Wasser), chemischen (chemische Ausscheidung) und organogenen bzw. biogenen (organische Herkunft) Sedimenten unterschieden, wobei eine scharfe Trennung oft nicht möglich ist.
    Sedimentation
    (lt. “sedimentum” Bodensatz),f., Vorgang des Absetzens von Feststoffen, die schwerer als das umgebende flüssige Medium sind. In der Geologie: das Absetzen oder Ausscheiden von festen Stoffen, den sog. Sedimenten oder Ablagerungen.
    Silur
    n., nach dem Volksstamm der Silurer in Wales benannte geologische Formation des Paläozoikums, zwischen Ordovizum und Devon.
    Stolln
    horizontaler Grubenbau, der von der Erdoberfläche aus, mit geringer Steigung, in das Gebirge hineinführt
    Streichen
    n., Richtungsangabe für die horizontale Erstreckung eines Ganges;
    - alter bergmännischer Ausdruck (C. F. NAUMANN, 1850), Schnittspur einer natürlichen Fläche (Schicht-, Schiefer-, Kluft-, Verwerfungsfläche usw.) mit einer gedachten Horizontalebene bzw. bei linearen Gebilden die Horizontalprojektion der Lineare. Zur genauen Raumlagebestimmung wird außerdem noch das Fallen oder Einfallen gemessen, das den Neigungswinkel der zu messenden Fläche gegenüber der Horizontalen angibt. Zur Kennzeichnung abtauchender Lineare verwendet man häufig nicht die Bezeichnung 'Fallen' und 'Fallwinkel', sondern 'Neigung' und 'Neigungswinkel'. Bei Flächen wird die Linie stärksten Gefälles als Fall-Linie bezeichnet; sie verläuft immer senkrecht zur Streichlinie. Die Projektion der Fall-Linie in die Horizontale ist die Fall-Richtung. Zum Messen der Streich-, Fall- und Fallrichtungswerte wird der Geologenkompaß bzw. der Gefügekompaß verwendet.
    Strossenbau
    Stufenförmiger Abbau von oben nach unten (schematisches Blockbild)
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    T

    Teufe
    f., - die Tiefe einer Grube unter der Erdoberfläche; im Einfallen gemessen = flache Teufe, lotrecht gemessen = seigere Teufe
    - Bezeichnung für den Arbeitsort beim Teufen
    Teufen
    Auffahren eines nach unten gerichteten Grubenbaues, eines Schachtes oder eines Gesenkes
    Ton
    m., klastisches Lockergestein mit Korndurchmesser bis 0,02 mm. Unterteilung: Feinton bis 0,002 mm; Grobton (Schluff) 0,002 - 0,02 mm.
    Tonschiefer
    m., aus Tonmaterial bestehender 'Schiefer', diagenetisch stärker verfestigt als der Schieferton.
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    V

    Verwerfung
    f., Sprung (S. VON CORNALL), Abschiebung (alle Begriffe stammen aus der 'Bergbausprache'), relative Abwärtsbewegung einer Gesteinsscholle an einer mehr oder weniger geneigten Gesteinsfuge: Verwerfungsfläche (F. RICHTHOFEN, 1886), Bruchfläche.
    Schema der möglichen Verschiebungsrichtungen auf einer Störungsfläche. - Vereinfacht nach H. CLOOS: Einführung in die Geologie, Berlin (Borntraeger), 1936, S. 232, Abb. 182
    Die Schollen beiderseits der Bruchflächen werden Flügel genannt (E. SUESS, 1883). Je nach Bewegungsrichtung wird von einem gehobenen und einem gesenkten Flügel gesprochen. Die echten Verwerfungen sind immer tektonische Zerrungsformen, die Stärke der Dehnung läßt sich an der Größe der Sprungweite erkennen.
    Verwerfung
    a vertikale Sprunghöhe
    b flache Sprunghöhe
    der horizontale Abstand (auf der gestrichelten Linie) zwischen der Verwerfung und dem Auftreffpunkt des unteren Pfeils von 'a' auf die gestrichelte Linie wird als 'Sprungweite' bezeichnet.
    Der Schnitt einer Verwerfung mit der Erdoberfläche heißt Verwerfungs- oder Bruchlinie.
    Als Längs-, Quer- und Diagonalverwerfung werden solche Brüche bezeichnet, die in entsprechender Lage zum Streichen der Schichten oder der Faltenachsen dieses Gebietes verlaufen.
    Eine abspaltende Nebenverwerfung nennt man Verwerfungsast.
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    W

    Wasserhaltung
    f., Alle Maßnahmen zum Fassen und Ableiten der in der Grube auftretenden Wässer
    Wassersäulenmaschine
    f., Pumpmaschine im Bergwerk, bei der der Druck einer Wassersäule ausgenutzt wird
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    Z

    Zeittafel
    geologische Zeittafel

    letzte Änderung: 07/2011
    Redaktion: B.Bicher
    Gestaltung: B.Bicher