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Boden

  Der Boden ist neben der Luft und dem Wasser eine wichtige Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen.  
  Als Boden wird die oberste Schicht der Erdkruste bezeichnet, die mit Wasser, Luft und Lebewesen durchsetzt ist.
Zu den bodenbildenden Faktoren zählen
  • das Klima - Temperatur, Niederschlag, Verdunstung
  • die Vegetation und Fauna
  • das Gestein
  • der menschlicher Einfluß
  • und die Zeit
Durch diese Faktoren werden im Boden verschiedene Prozesse ausgelöst, z.B. Verwesung, Aufbau von Humus (abgestorbene, organische Bodensubstanzen), Entsalzung, Entkalkung, Mineralverwitterung, Mineralneubildung (Tonminerale) und verschiedene Reduktions- und Oxidationsprozesse.
  Boden  
  Zuerst gibt es nur Steine und Felsen, durch die Verwitterung (Einfluß von Niederschlägen, Wind, Temperaturunterschiede bzw. Druckdifferenzen im Gestein) entstehen Risse und Spalten in den Gesteinen. Hier können sich durch den Wind angetriebene abgestorbene Pflanzenteile bzw. kleine Tiere und Mikroorganismen ablagern. Diese wiederum sind, im Zusammenhang mit Niederschlägen, die Grundlage für das Aufkeimen mitgeführter Samenkörner. - Neue Pflanzen können wachsen und sich von den gelösten Mineralen ernähren. Die Wurzeln der Pflanzen lockern das Gestein weiter auf. Die Pflanzen sterben nach einer Weile ab und bilden neuen Humus als Grundlage für weitere Pflanzen - neuer Boden entsteht als ein Gemisch aus Humus und verwittertem Gestein.
Bei der Bodenbildung spielt die Zeit eine große Rolle - die Entstehung des Bodens in Mitteleuropa hat ca. 10.000 Jahre gedauert.
  Bodenentstehung  
     
 

Einteilung der Bodenarten nach der Korngröße

Durchmesser Bezeichnung der Kornfraktion
mm μm
>200
200 - 63
63 - 20
20 - 6,3
6,3 - 2
  Blöcke, Geschiebe
Gerölle, Gesteine
Grob- Kies
Mittel-
Fein-
Grobboden
2 - 0,063 2000 - 630
630 - 200
200 - 63
Grob- Sand
Mittel-
Fein-
Feinboden <2mm
0,063 - 0,002 63 - 20
20 - 6
6 - 2
Grob- Schluff
Mittel-
Fein-
< 0,002 2 - 0,6
0,6 - 0,2
< 2
Grob- Ton
Mittel-
Fein-
Abkürzungen für die Bodenuntersuchung
S Sand
Sl (S/Sl anlehmiger Sand
uS schluffiger Sand
lS lehmiger Sand
tS toniger Sand
U Schluff
tS toniger Sand
sU sandiger Schluff
lU lehmiger Schluff
SL (lS/sL) stark sandiger Lehm
sL sandiger Lehm
L Lehm
uL schluffiger Lehm
tL toniger Lehm
LT schwerer Lehm
sT sandiger Ton
lT lehmiger Ton
T Ton
 
  Die Wasserdurchlässigkeit, der Luft- und Nährstoffhaushalt und das Bindungsvermögen für Nähr- und Schadstoffe werden durch den Anteil des Grobbodens beeinflußt. Aufgrund der großen Zwischenräume beim Grobboden ist dieser sehr durchlässig. Dagegen ist das Bindungsvermögen des Feinbodens wesentlich größer.  
     
 

Welche Böden gibt es in Sachsen?

 
 
Bodenübersichtskarte  
Das sächsische Landesamt für Umwelt und Geologie (LfUG) erstellt Bodenkarten, welche Auskunft über die Böden in den verschiedenen Regionen geben. Sie enthalten Angaben über Merkmale und Eigenschaften von Böden und deren Verbreitung und dienen unter anderem der Bewertung der Böden.
 
 
     
 

Bodenfunktionen

 
  Der Boden als ein komplexes Ökosystem erfüllt vielfältige Aufgaben.
Er dient als
  • Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen
  • Energiequelle (Wärmepumpen) und Rohstofflagerstätte (Lehm- und Kiesgruben, Torfabbau, Steinbrüche)
  • Grundwasserspeicher, Speicher von Pflanzennährstoffen
  • Wasserleiter
  • Filter für Schadstoffe
  • Anbaufläche für Nahrungs- und Futtermittel
  • Grundlage für Siedlungen, Produktionsstätten, den Verkehr
  • Basis für Tiere im und auf dem Boden
  • Medium zur Abfallbeseitigung
  Bodenaufbau  
 

Bodenschutz

 
  Der Schutz des Bodens ist daher besonders wichtig. Die rechtlichen Grundlagen dafür sind im Gesetz zum Schutz des Bodens (Bundes-Bodenschutzgesetz- BBodSchG) festgeschrieben.
Bodenmonitoring
BDF in Freiberg - Hilbersdorf
Das sächsische Landesamt für Umwelt und Geologie (LfUG) hat für Sachsen einen "Leitfaden Bodenschutz bei Planungs- und Genehmigungsverfahren" veröffentlicht. (Ansprechpartner beim LfUG: *Bernd Siemer (03731/294-232)
Wirksamer Bodenschutz setzt Kenntnisse über den Zustand des Bodens voraus. Bei der Überwachung des Bodenzustandes arbeitet das LfUG sehr eng mit den Landesanstalten für Land- und Forstwirtschaft zusammen. In Sachsen sind bereits 46 sogenannte Bodendauerbeobachtungsflächen (BDF) installiert. Damit werden Informationen über Bodenveränderungen an unterschiedlichen Standorten archiviert und ausgewertet. Im Ergebnis können Empfehlungen zur umweltgerechten und nachhaltigen Flächennutzung gegeben werden.
 
   

letzte Änderung: 07/04
Redaktion: B.Bicher
Gestaltung: B.Bicher
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