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Wasser

  Der tägliche Trinkwasserverbrauch liegt je nach Klima zwischen 2 und 8 Liter pro Kopf und Tag. Damit ist Wasser das wichtigste Lebensmittel des Menschen, oder können Sie sich vorstellen 2 kg Brot oder 2 kg Fleisch oder 2 kg Schokolade zu essen? Es kommt aber noch ein zweiter Punkt hinzu: 2 oder 3 Wochen keine feste Nahrung zu sich zu nehmen ist kein großes Problem, ohne Wasser überleben Sie nicht mehr als 2-3 Tage.  
 
Wasserverbrauch Der Mensch verbraucht aber deutlich mehr Wasser pro Tag und Kopf, weil er das Wasser auch noch für andere Zwecke nutzt: waschen, kochen, spülen, produzieren. Während ein Beduine in der Wüste Nordafrikas mit 15-20 Litern pro Tag auskommt, verbraucht der Freiberger Bürger im Mittel 128 Liter pro Tag. Warum ? Dieser Unterschied ist im Wesentlichen durch Verwendung von Wasser als Spülwasser in Toiletten und durch Baden und Duschen begründet. Zu DDR-Zeiten lag der Verbrauch übrigens bei mehr als 300 Litern pro Tag und Kopf. Dass in Städten wie Abu Dhabi mitten in der arabischen Wüste (wo Wasser ein extrem kostbares Gut ist) mehr als 500 Liter pro Kopf und Tag verbraucht wird entbehrt jeder Logik.
 
 
Wasser wird auch zur Produktion von Industriegütern und zur Herstellung von Nahrungsmitteln benötigt. Die folgende Tabelle zeigt ein paar Beispiele, welche Mengen für welche Güter zur Produktion in etwa benötigt werden.
Wasserverbrauch in Industrie und Landwirtschaft (ausgewählte Beispiele)
Um 1 Tonne zu produzieren braucht man diese Menge an Wasser
 Papier* 70 
 Stahl* 100 
 Mais 950 
 Weizen 1425 
 Reis 3800 
 Rindfleisch 28500 
* Leitungswasser
   
Man kann zu Recht fragen, ob in dieser Tabelle nicht Äpfel und Birnen verglichen werden, denn bei der Produktion von Papier und Stahl handelt es sich um Leitungswasser, während in der landwirtschaftlichen Produktion man zunächst an Regenwasser denkt. Das ist aber nur teilweise richtig: in einem gemäßigten Klima wie in Freiberg ist das richtig, nicht jedoch in ariden und semiariden Regionen. Dort regnet es zu wenig und Landwirtschaft ist nur mit künstlicher Bewässerung möglich. Also wird Fluss- oder Grundwasser wie bei industrieller Produktion in solchen Regionen benutzt.
 
  Das Freiberger Leitungswasser stammt überwiegend aus den Talsperren im Erzgebirges. Es ist gering mineralisiert (hat also nur wenige gelöste Wasserinhaltsstoffe) und weist einen pH-Wert von 8.2 auf.  
 
Spuren im Leitungswasser   Spuren im Leitungswasser   Spuren im Leitungswasser
 
  Der Bariumgehalt ist mit ca. 40 µg/L erhöht (im Vergleich zu den meisten Trinkwässern in Deutschland) aber noch weit unter dem Grenzwert von 700 µg/L der WHO (Welt-Gesundheits-Organisation) und dem Grenzwert von 2000 µg/L der EPA ( US-amerikanische Umweltbehörde). Die neue deutsche Trinkwasserverordnung von 2001 sieht für Barium keinen Grenzwert vor.
Auch die Uran-Konzentration ist mit 4,5 µg/L deutlich höher als der Mittelwert deutscher Trinkwässer. Hier liegt der Grenzwert der WHO bei 9 µg/L (früher 2 µg/L) und der der EPA bei 30 µg/L (früher 20 µg/L). Aus den veränderten Grenzwerten ist zu erkennen, dass noch Unsicherheiten hinsichtlich der Bewertung der Giftigkeit von Uran existieren.
Mehr Informationen dazu gibt es hier Uran in Trinkwasser und hier HYDROISOTOP GmbH
Alle anderen gelösten Inhaltsstoffe sind in keiner Weise auffällig.
 
 
 
 
Trinkwasser   Mehr zum Thema Wasser, z.B.
  "Wie ist das Wasser auf die Erde gekommen?"
  "Wie ist das mit dem Wasserkreislauf?"
  "Warum bewegt sich Grundwasser?" oder
  "Wie entstehen Grundwasserleiter?"
können Sie auf den Internetseiten des Lehrstuhls für Hydrogeologie der TU Bergakademie Freiberg erfahren.

 

letzte Änderung: 11/03
Redaktion: Prof.Dr.B.Merkel
Gestaltung: B.Bicher